Without Autumn

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deutsche Version hier

Autumn used to be something from picture books.

Red, yellow, orange leaves falling from trees.

I would look outside and see only grey sky, grey sea, wind flattening the empty landscape.

Children in stories used to play conkers and I would paint the conkers I had collected at my grandma’s with bright nail varnish because they were something special to me. I would hold them in my hand feel the smoothness of their shell, like others hold pebbles that have been worn away by the sea.

The place where I grew up had no autumn. Once summer ended, it only got colder. And darker.
The colours seemed to seep out of the landscape and into the sea that would swallow them, and toss them about until they sank into its depth.

Now I look out of my kitchen window and see the trees are almost empty and the last of the red leaves in the gutter on the side of the road.

I used to imagine running under trees trying to catch falling leaves. The colours swirling above me, conkers and acorns on the ground.

It is a time of transition. I love the way it gets colder. Noticing the way my ears freeze, or my nose goes red when I leave the house. Rummaging in the cellar I hope, just hope that the other glove from that pair that I bought last year is still there somewhere.

One year my Dad had a friend of his collect acorns for us in the autumn and we planted 100 of them in the spring. I think two grew and not one survived the harsh winter. I already had imagined a forest at front of our house, the only one on the island and the stories that people would tell in the years to come about those people who had planted the trees. They would have probably been a hazard anyway. No one wants a branch in their window during one of the many winter storms.

Moving to a place with autumn brought its own lessons: The first time I slipped on wet leaves at a junction with my bike. The first time I realized that conkers falling from trees could also be painful.

Seeing the world in colour, I only had the orange and yellow and red of the Guy Fawkes bonfire on the 5th of November, which I looked forward to every year, but it would often be postponed due to rough weather conditions. Now I have red and orange and yellow for a few months every year. Brown, burgundy, rusty orange, bright yellows. Autumn glows even though it is dying.

This time last year, we were giving the task at school to write a poem about autumn. It was the first poem I ever wrote in German, and I know that it’s disappointing, but I am not going to translate it here. It isn’t translatable. It is about the difficulty of cycling in autumn and how I was the only person in my class who cycled during the colder months. I guess the Orkney autumns had somehow managed to prepare me for all weathers.

Pictures here.

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Ohne Herbst

Herbst war früher etwas, was es nur in Bilderbüchern gab.

Rote, gelbe, orangene Blätter, die von den Bäumen fielen.

Ich schaute aus dem Fenster und sah grau. Grauer Himmel, graues Meer und der Wind, der die leere Landschaft um mich flach blies.

In den Geschichten haben Kinder die Kastanien gesammelt und ich habe die Kastanien, die mein Vater aus England mitgebracht hatte, mit buntem Nagellack angemalt und danach in meiner Hand gehalten. Eine glatte Naturoberflache, etwas, das andere vielleicht mit Kieseln vom Strand machen würden.

Der Ort, an dem ich groß wurde, hatte keinen Herbst. Wenn der Sommer vorbei war, wurde es nur kälter. Und dunkler.

Die Farben wurden vom Regen aus der Landschaft ins Meer gewaschen und dort von den Wellen in kleine Stücke gerissen, bis sie langsam auf den dunkeln Meeresgrund hinabfielen.

Heute schau ich aus mein Küchenfenster und sehe die blätterlosen Bäume. Die letzten roten Blätter sammeln sich unten am Straßenrand.

Ich habe mir früher vorgestellt, wie ich unter Bäumen herumrennen und die fallenden Blätter fangen würde. Die Farben würden in der Luft über mir her schwirren und Kastanien und Eicheln würden unter meinen Füßen liegen.

Eine Zeit der Veränderung. Ich liebe es, wie es kälter wird. Ich fühle, wie meine Ohren frieren oder meine Nase rot wird, wenn ich das Haus verlasse. Ich durchsuche den Keller in der Hoffnung, dass ich doch noch meinen passenden Handschuh finden werde, den ich erst letzten Winter gekauft habe.

Einmal hat ein Freund meines Vaters im Herbst Eicheln für uns gesammelt. Im Frühling haben wir 100 gepflanzt. Ich glaube zwei wuchsen und kein einziger hat den Winter überstanden. Ich hatte schon eine Vorstellung von einem Wald vor unserer Haustür, der einzige auf der Insel und die Geschichten, die man in der Zukunft über uns erzählen würde, die Menschen, die es geschafft hatten, Bäume zu pflanzen.
Es war wahrscheinlich, eh keine besonders gute Idee gewesen. Keiner möchte im Winter einen Ast durchs Fenster fliegen haben.

Als ich an einen Ort zog, wo es tatsächlich Herbst gibt, musste ich viel lernen. Das erste Mal, wo ich an der Kreuzung mit meinem Fahrrad auf Laub ausgerutscht bin. Das erste Mal, wo mir klar wurde, das es schmerzhaft sein kann, im Herbst unter Kastanienbäumen zu laufen.

Die Welt in Farbe zu betrachten: Die einzige Zeit, in der es damals für mich rot und gelb und orange gab, war im Feuer zum Guy-Fawkes-Tag am 5. November, auf das ich mich jedes Jahr freute, obwohl es häufig wegen schlechtem Wetter verschoben werden musste.

Jetzt habe ich jedes Jahr rot, orange und gelb ein paar Monate lang. Dazu braun, burgunder, rost, grelles gelb. Herbst leuchtet, obwohl es ein Sterben ist.
Letztes Jahr um diese Zeit haben wir in der Schule die Aufgabe bekommen, ein Gedicht über den Herbst zu schreiben. Es war das erste Gedicht, was ich auf Deutsch geschrieben habe:

 

Der lange Sommer geht zu Ende
Der Wind gibt einem kalte Hände
Finger frieren beim Radeln ein
Es fehlt der wärmende Sonnenschein
Es sammeln sich die nassen Blätter
Nach dem trüben Regenwetter.

Auf dem Rad zur Schule trampeln
Vorsicht! Vor den Roten Ampeln
Die kalte Straße liegt im Dunkeln
Man sieht nur die Laternen funkeln
Wer dort bremst und rutscht und fällt
Wer sagt dann das das Auto hält?

Jeder Tag wird etwas kälter
Der Nebel deckt die leeren Felder
Die meisten fahren nicht mehr Rad
Sie sind fürs Wetter viel zu zart
Beim Radeln kommt man schon ins Schwitzten
Doch besser als im Bus zu sitzen.

Die an der Haltestelle frieren
Sollten es ruhig auch probieren.

 

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