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Dutch Design Week Part 2

Our first day in Eindhoven made us realise that there was too much to see for the time we had available and I was also reminded, how exhausting looking at this sort of thing can be – no matter how inspiring it is.

We visited the G18 graduation exhibition of the Eindhoven Design Academy, which presented us with so many design concepts it left us completely overwhelmed.

https://www.designacademy.nl/

This exhibition was absolutely incredible. The exhibits were displayed in a massive old industrial building. The rooms were very dark with only spotlights lighting up the important areas. The crowds of visitors seemed to disappear into the shadows and their voices echoed into a calming murmur. I am so very used to seeing everything displayed in bright white rooms where every word shatters the polite silence, it made me realise that this way of displaying work makes it so much easier to find our way around an exhibition.

I have chosen a few of the exhibits that I particularly liked to describe to you.

 

Nach dem ersten Tag in Eindhoven würde deutlich, dass zwei Tage viel zu wenig sind, um einen guten Einblick in die Dutch Design Week (DDW) zu bekommen. Gleichzeitig merkte ich aber auch, wie anstrengend es sein kann, so viel auf einmal zu sehen und zu begreifen.

Am zweiten Tag haben wir uns die G18 Abschlussaustellung der Einhoven Design Academy angeschaut.

https://www.designacademy.nl/

Die Ausstellung war unglaublich. Sie fand in einer dunklen Industriehalle statt, die einzelnen Exponate wurden mit Scheinwerfern angeleuchtet. So konnte man seinen Weg einfach von einem zum anderen finden, ohne eine komplette Reizüberflutung zu erleben. Die anderen Menschen im Raum verschwanden im Schatten und das durchgehende Hintergrundgemurmel war eher angenehm als nervig. Ich war bis bisher irgendwie immer grell beleuchtete weiße Ausstellungsräume gewohnt gewesen, in denen jeder Fußtritt hallt und jedes gesprochene Wort die konzentrierte Stille auffällig durchreißt.

Von den vielen Exponaten, die ich dort bewundert habe, habe ich einige ausgesucht und ein wenig darüber geschrieben:

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“Wavy Tales” – Sunjoo Lee

We live in a world with such advanced technology that we are no longer able to understand how the things that help us in our day to day lives actually work. Using the microwave oven as an example, Sunjoo Lee asked different people how they thought microwaves works and how it might have been invented. She made a documentary and a book about her findings. They show how the things we don’t understand create legends and stories in our minds and that there are certain things everyone seems to know about microwaves without truely knowing where this information came from. It also proves that things we don’t understand develop a sort of magic, no matter how ordinary they are. It made me wonder if we think about our phones and laptops in a similar way, a sort of magic box that does everything we want it to and made me question the human relationship to machines.

 

Wir leben in einer so technologisch entwickelten Welt, dass wir nicht mehr in der Lage sind zu verstehen, wie unsere elektronischen Alltagshelfer funktionieren. Wenn Menschen etwas nicht verstehen, dann suchen sie ihre eigenen Erklärungen in Form von Geschichten.

Am Beispiel Mikrowellenherd hat Sunjoo Lee das Phänomen der Mythen- und Geschichtenbildung veranschaulicht. Auf der Basis von Interviews, die sie mit Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen über das Thema Mikrowelle geführt hat, hat sie einen Dokumentarfilm und viele Zeichnungen angefertigt. Die Menschen haben erklärt, wie ein Mikrowellenherd ihrer Meinung nach funktioniert und die Geschichte der Erfindung der Mikrowelle sowie die Vorteile und Nachteile ihrer Verwendung. Dieses Projekt zeigt nicht nur, wie jeder eine andere Geschichte zu den Dingen hat, die er nicht so ganz versteht, sondern auch das kaum jemand wirklich versteht, wie die Mikrowellenherde funktionieren, obwohl es sie schon lange gibt. Es zeigt auch, dass die Objekte, die wir anhand von Geschichten erklären müssen eine Art magische Aura des Unbekannten entwickeln, egal wie alltäglich sie sind.

 

 

 

“The Arson Archive” / “Das Brandstifterarchiv” – Thomas Straatmann

It took me a while, but once I understood what Straatmann was displaying, I was shocked. The arson archive is a visual model showing arson attacks on refugee housing between the years 1990 and 2018 in Germany. Each building is represented by a small model of the house that was targeted. The last few years were very full with tiny burnt model houses almost falling off the shelves. The amount of work that must have gone into this display was incredible and the story it tells is horrifying. It shows a definite rise in crime towards refugees in Germany as a new right-wing wave has begun to spread across the country that really should know better.

 

Ich habe einen Moment gebraucht, um wirklich zu verstehen, was Thomas Straatman mit seinem Exponat aussagen wollte aber, sobald ich es verstanden hatte, breitete sich ein starkes Gefühl des Entsetzens in mir aus.

Das Brandstifter Archiv ist ein visuelles Modell, was Brandstiftungen in Flüchtlingsheimen in Deutschland zwischen 1990 und 2018 veranschaulicht. Jedes Gebäude wird durch ein kleines Hausmodell dargestellt. Das erschreckende war, wie offensichtlich viele Häuser in den letzten paar Jahren von Rechtsradikalen abgebrannt wurden, im Vergleich zu den Jahren davor. Die Regale waren so voll, dass die kleinen Häuschen gestapelt werden mussten.

Die Arbeit, die in dieses Projekt gesteckt wurde, und die Umsetzung sind sehr wirkungsvoll. Es ist traurig, dass dieses Land, das es wirklich eigentlich besser wissen sollte, in den letzten Jahren so einen Rechtsruck erlebt hat.

 

 

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“Minute designer” – Diego Faive

How much is your time worth? Diego Faive’s project makes design objects and charges by the minute. So, if a chair took 60 minutes to make, it costs 60 “Diego coins” (one coin is worth one euro). This changes the way we think about the concept of time and value as well as design and what it is worth. Is an object that took longer to make a better quality object?

Diego Faive’s objects are made of recycled material and are then covered in brightly coloured “Diego dough”. As well as raising a lot of questions, the things that Diego Faive produced in the course of his project are bright, experimental and very refreshing compared to much of the simple aesthetics we are used to seeing.

 

Wie viel ist deine Zeit wirklich wert? Diego Faives Projekt stellt Objekte her und berechnet ihren Wert allein aus den Minuten, die es gebraucht hat, den Gegenstand zu bauen.

Wenn die Herstellung eines Stuhles 60 Minuten gedauert hat, kostet er “60 Diego Münzen” (eine Münze ist einen Euro wert). Dieses Projekt hinterfragt, wie wir den Wert unserer Zeit und damit auch den Wert von Gegenständen messen. Ist ein Objekt besser, wenn der Designer länger gebraucht hat, um es herzustellen?

Die Objekte, die er hergestellt hat, bestanden aus gebrauchtem Material als Basis, das dann von bunten “Diego Dough” überzogen wurde. Die Sachen, die auf dieser Weise gemacht wurden, waren sehr bunt, experimentell und witzig, eine schöne Abwechslung zu den vielen rein praktischen, “ästhetischen” Gegenständen, die sonst immer zu sehen sind.

 

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“Basic Income Cafe” – Martina Huynh

The basic income cafe was one of the first exhibits to catch my eye when I went into the G18 exhibition and that not only because I could get free coffee there. It is a concept for a cafe that explains how two types of basic income systems work. At a large table each visitor can get one coffee for free, but in order to get another one, they have to do some “work” (grind coffee) for it. A part of the coffee ground during this work is used for them, another is pooled for everyone. Coffee is essentially used as a metaphor for the flow of money in an economy that gives people a basic income. At smaller tables, each visitor only gets half a cup of coffee and the incentive to work for the other half. The cafe is designed to help explain the basic income concept and start discussions about how well such a system might work.

 

Das “Basic Income Cafe” war eins der Ausstellungsstücke, das mich sofort angesprochen hat. Vielleicht lag es aber auch am Kaffee, der dort angeboten wurde.  Das Café ist ein Konzept, wo anhand von Kaffee erklärt wird, wie zwei verschieden Versionen des bedingungslosen Grundeinkommens funktionieren würden.

An einem großen Tisch konnte jeder Besucher eine Tasse Kaffee umsonst bekommen. Wenn man aber eine zweite haben wollte, musste man erstmal dafür arbeiten (Kaffee mahlen). Von dem so produzierten Kaffeemehl ging ein Anteil in den großen Topf, aus dem der Kaffee für alle gemacht wurde.

Kaffee wird als Metapher für Geldfluss verwendet. An kleinen Tischen bekam jeder nur eine halbe Tasse umsonst und sollte dann für die andere Hälfte und die Allgemeinheit etwas “arbeiten”. Das Café hat das Konzept gut erklärt und Diskussion zwischen den Besuchern angeregt.

 

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“A basic instinct” – Anna Jensen

Why is it not acceptable for women to sit their legs relaxed and opened whereas men can sit however they please? This may seem like a silly question but Anna Jensen explored it by designing chairs for women to sit on, in which it is only possible to sit in a way that it is usually only sociably accepted for men. Legs wide apart, leaned back, without worrying about the thoughts or opinions of others. Anna Jensen wants to challenge conventions by only allowing women to use these seats. And as a bonus, the seats are designed to remind us of how the media often portray women: long legs and protruding buttocks and breasts.

 

Warum ist es in unserer Gesellschaft verpönt, wenn eine Frau so sitzt wie ein Mann?

Warum müssen Frauen immer mit geschlossenen und angewinkelten Beinen sitzen aber Männer dürfen sich breitbeinig zurücklehnen, ohne dass es jemanden stören würde?

Anna Jensen hat zu diesem Thema Stühle für Frauen entwickelt auf denen man nur breitbeinig und zurückgelehnt sitzen kann.  Zusätzlich waren auf diesen Stühlen Bilder von Frauen wie in den Medien dargestellt, also mit langen, nackten Beinen, abstehenden Brüsten und Hintern.  So sehen sie ziemlich grotesk aus.

Mit ihrem Projekt hat Anna Jensen die Diskussion eröffnet, wieso Frauen sich der gesellschaftlichen Normen beugen, ohne sich dessen bewusst zu sein und warum es überhaupt diesen Unterschied in der Art zu sitzen zwischen den Geschlechtern gibt.

 

 

“MoreFloor” – Juul de Bruijn

I live in a small flat, but compared to many of my fellow students, my living area is spacious. Juul de Bruijn designed an area of raised floor, in which a bed and clothing can be stored. As a result, the ceiling is “lowered” by 30cm, but the room still offers the same floor space after the furniture has been packed away. I personally thought this idea was quite ingenious, especially the thought of packing the bed away “under the floorboards” when it is not needed.

 

Meine Wohnung ist nicht groß, aber im Vergleich zum dem Miniaturwohnraum vieler meiner Freunde ist sie luxuriös. Juul de Bruijn hat eine Art zweiten Boden für kleine Wohnungen entwickelt, unter dem ein Bett und ein Kleiderschrank verstaut werden können. Tagsüber werden die sonst großen und sperrigen Möbel zusammengeklappt. Somit ist der eigentliche Raum viel größer, nur die Zimmerdecke ist 30 cm „niedriger“.

Ich finde diese Idee genial, insbesondere da es für mich praktisch wäre, wenn ich mein Bett manchmal unter dem Fußboden verstecken könnte, damit ich nicht immer drankomme, um mich tagsüber schlafen zu legen!

 


 

One of the graduates at the exhibition asked me, why I was visiting the DDW. My first answer was “because I study design” but then I realised that this wasn’t the whole truth. Just because I study design doesn’t automatically mean that I am the sort of person who travels to another country to look at things made there. I realised that I visited the DDW for another reason as well. To feed my creativity. I am always surprised what seemingly forgotten information pops up into my memory months and years later and how these things trigger ideas that I would never have thought of had I not immersed myself in the experience to begin with. The more you see, learn and discover, the more your creativity has to work with later.

Ich wurde immer wieder von Ausstellern gefragt, warum ich denn die Ausstellung besuche… Meine erste Antwort war immer instinktiv: “Weil ich Design studiere”. Irgendwann wurde mit aber klar, dass das nicht der Grund ist. Nur weil ich Design studiere, heißt es ja nicht automatisch, dass ich mich auch wirklich dafür interessiere.

Die Sachen, die ich mir anschaue, füttern meine Kreativität. Ich bin immer wieder überrascht, wie mir Ausstellungen Monate oder sogar Jahre später Inspiration geben. Ich schaue mir viele unterschiedliche Sachen an, weil meine Kreativität Futter braucht und ich so schlichtweg auf viel bessere Ideen kommen kann.

 

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