Moleskin Sketchbook Tour

Art, Journal, Reflections, Sketchbook

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When I flick through an old sketchbook, I am always surprised by how well I can remember the circumstances while I was drawing the pictures. Here is my old sketchbook from this year which I didn’t consistently use but has many very different memories concealed in it.

Wenn ich durch ein altes Skizzenbuch blätter, überrascht es mich jedes Mal, wie gut ich mich an die Situationen erinnern kann, in der ich die Zeichnung gemacht habe. In diesem Beitrag möchte ich mein Skizzenbuch von diesem Jahr vorstellen. Ich habe nicht viel darin gearbeitet aber irgendwie ist es doch voll geworden, angefangen habe ich ungefähr im Dezember 2016.

 

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Drawn for Christmas 2016 after watching a documentary about Escher. I had been trying to come up with an idea for Christmas card.

Weihnachten 2016, nachdem ich eine Dokumentation über MC Escher geschaut habe. Es war eigentlich eine Idee für eine Weihnachstkarte, die ich allerdings schnell aufgab, da sie zu kompliziert war und die Umsetzung nicht gelungen war.

 

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I drew the duck when I had the sketchbook very new, the drawing on the left was a face study from Instagram. I never finished the duck because I felt like I had messed it up and I felt like the subject was boring.

Die Ente war eine meiner ersten Zeichnungen. Die Zeichnung auf der linken Seite war eine der letzten von einer Fotovorlage in Instagram. Ich habe die Ente nie fertiggestellt, weil ich das Gefühl hatte, es würde nicht richtig funktionieren und das Bild hat mich gelangweilt.

 

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New Year’s 2017, in a friend’s house in the mountains we would spend the evenings burning sugar over mulled wine waiting for it to snow outside.

 Sylvester 2017, gezeichnet in der Ferienwohnung von Freunden in den Bergen in Winterberg. Wir haben abends zusammen Traumfeuer gemacht, während wir darauf gewartet haben, dass es endlich anfängt zu schneien. 

 

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The birds house outside my friend’s house in the mountains. I only had my ink pens and my highlighters with me and remember being annoyed that I had somehow managed to draw it upside down.

Das Vogelhaus vor der Wohnung in Winterberg. Ich hatte nur Tuschestifte und Textmarker dabei und kann mich noch daran erinnern, wie sehr es mich irritiert hat, dass das Bild im Buch auf dem Kopf steht.

 

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I went to see the Happy film with my grandparents. I drew this afterwards of Stefan Sagmeister in a bunny costume. We watched it in a tiny cinema with only two rows. My granddad fell asleep during the film.

Ich bin mit meinen Großeltern gemeinsam ins Kino gegangen, um mit ihnen “The Happy Film” von Stefan Sagmeister zu schauen. Danach habe ich Sagmeister im Hasenkostüm gezeichnet. Wir haben den Film in einem sehr kleinen Kino geguckt, das ungefähr 2 Reihen hatte und mehr nicht. Mein Opa ist während des Films eingeschlafen.

 

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One of the first times I attempted to draw a face without sketching everything out with pencil first. I remember being very proud of this drawing because it turned out much better than I had expected.

Eins der ersten Male, wo ich versucht habe, ein Gesicht zu zeichnen, ohne vorher mit Bleistift vorzuzeichnen. Ich war damals sehr stolz auf diese Zeichnung, weil sie viel besser geworden war, als ich erwartet hatte.

 

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I remember making this in the middle of my revision period for my final Abitur exams. I had been running on a lot of coffee and my uncle had brought me an espresso maker and the strongest espresso I had ever tasted.

Diese Zeichnung entstand mitten in meiner Abi-Lernphase. Ich hatte von meinem Onkel eine Espressokanne geschenkt bekommen und hatte viel zu viel von dem pervers starken Kaffee konsumiert, den er dazu mitgebracht hatte.

 

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It was tulip time when we moved into the new flat, I would buy flowers and place them around the almost empty rooms to bring a little colour into the place.

Es war Tulpenzeit als wir in die neue Wohnung zogen. Um die leeren Räume etwas zu verschönern habe ich damals roten Tulpen gekauft und in den Räumen in leeren Weinflaschen aufgestellt.

 

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This was a drawing Wulfric and I found inside a geocache in Bamberg. The geocache was hidden inside a crumbling wall and was quite a large Tupperware box wrapped in a plastic bag. In exchange we left a coupon for the local bakery.

Diese Zeichnung haben Wulfric und ich in Bamberg in einem Geocache gefunden. Der Geocache war in einer alten Mauer versteckt und bestand aus einer großen, in Plastik eingepackten Tupperdose. Wir haben die Tupperdose gegen eine volle Stempelkarte der lokalen Bäckerei ausgetauscht.

 

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My brother and I were visiting my Uncle in Bamberg and Wulfric tried to teach me how to draw a clock with correct perspective. It was very frustrating for me which resulted in me grumpily giving up and realising that I really must work on my perspective drawing, I still do.

Mein Bruder und ich waren meinen Onkel in Bamberg besuchen und Wulfric hat versucht, mir beizubringen, wie man eine perspektivisch richtige Uhr zeichnet. Ich habe immer wieder versagt, was dazu führte, dass ich irgendwann trotzig aufgab. An der Perspektive muss ich noch so oder so arbeiten.

 

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My uncles living room, drawn while watching the film “Bird man”, and a receipt for pizza.

Das Wohnzimmer meines Onkels gezeichnet, während wir den Film „Bird man“ geguckt haben. 

 

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I tried to copy this postcard on the train journey from Bamberg to Recklinghausen on the day that I would pick up my final exam results and realise that school was finally over. While I was drawing a young girl kept looking over my shoulder which irritated me a lot.

Ich habe versucht, die Postkarte im Zug auf dem Weg nach Hause abzuzeichnen. Ich war super nervös, weil alle meine Anschlüsse schlecht waren und ich sofort zur Schule fahren musste, um meine Abiturergebnisse abzuholen. Während ich gezeichnet habe, hat ein kleines Mädchen immer wieder über meine Schulter geschaut.

 

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I wanted to go to the bird greenhouse in the park to draw the birds there, but it was raining. I used a photo I had made of a parrot there last year as a reference instead.

Ich wollte eigentlich im Recklinghäuser Tierpark Vögel zeichnen aber das Wetter war an dem Tag grauenhaft also habe ich eine Vorlage benutzt, die ich im vorherigen Sommer dort gemacht hatte.

 

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Using a photograph as a reference I drew/painted the Japanese cherry tree that stands in my grandma’s garden. It was summer when I made this though, I had just moved in with my aunt for 3 months to do my internship in Münster.

Mit einem Foto als Vorlage habe ich die japanischen Kirsche im Garten meiner Großeltern gemalt. Damals habe ich für mein Praktikum 3 Monate lang in Münster gelebt.

 

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On the left a sun umbrella from when Rico and I visited the Haag spontaneously. We went swimming in the sea as the sun disappeared under the horizon. We ran in and out of the cold water screaming. I got a cold afterwards, but it was one of the most amazing nights of my life. On the right a candle in a whiskey bottle from drink and draw.

Auf der linken Seite einen Sonnenschirm als Rico und ich spontan nach den Haag gefahren sind. Wir waren im Meer schwimmen, während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand. Wir rannten immer wieder schreiend ins kalte Meer hinein und wieder raus. Ich habe mich später erkältet aber es war eine der schönsten Nächte meines Lebens. Auf der rechten Seite ist eine Kerze von den Tischen bei „Bier und Papier“ in Münster.

 

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Watercolour sketch from our evening in the Haag.

Aquarell Skizze von dem Abend in den Haag.

 

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Cherry time. The summer had so many cherries, paper bags full of them. I tried using my watercolours that my uncle had given to me for my birthday. Water colours scare me because you can’t erase them once you have used them, and can’t cover them up.

Der Sommer voller Kirschen, Papiertüten voll davon. Ich habe ein bisschen mit den neuen Aquarellfarben, die mein Onkel mir geschenkt hat, experimentiert. Wasserfarben sind ein Medium, das ich selten benutzte, weil ich es schwierig finde, dass ich nichts ändern oder übermalen kann.

 

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I drew this face as the title picture to one of my blogposts. I drew it on a quiet day during my internship.

Ich habe dieses Gesicht als in Titelbild für eine von meinen Blogposts gezeichnet.

 

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Drawings of faces, from my night of drawing faces, I felt very experimental but was very unsure at the same time.

Gesichterzeichnungen, ich habe eine lange Nacht lang nur Geschichte gezeichnet, ich wollte ein wenig experimentieren.

 

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I drew the lampshade when I went to “drink and draw” and no one else turned up, the drawing on the left was when I decided to try drawing faces more often from a reference on Instagram.

Ich zeichnete diese Lampe an einem Abend, an dem ich die einzige Person bei „Bier und Papier“ war. Die Zeichnung auf der linken Seite ist entstanden, als ich versucht hatte häufiger Gesichter zu zeichnen.

 

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I spent the whole night drawing at my aunt’s place. These were the last two drawings of the night/morning and they turned out much better than any faces I had drawn before. I used selfies as references.

 Diese Gesichter waren die letzten beiden von der Nacht, in dem ich nur Gesichter gezeichnet habe. Sie sind viel besser geworden als erwartet. Ich hatte Selfies von meinem Handy als Vorlage benutzt.

 

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On the left, a drawing made during my lunch break during my internship. On the right, the very last thing I painted at school during an art lesson, that I cut out and stuck into the sketchbook with happy birthday washi tape.

Die Zeichnung auf der linken Seite entstand während meines Praktikums. Auf der rechten Seite mit Washitape in mein Skizzenbuch geklebt die letzte Arbeit, die ich in der Schule im Kunstunterricht gemacht habe.

Licht, Stadt, Utopie

Art, Journal, Sketchbook

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deutsche Version hier

Darkness envelops us, and we stand huddled together under our umbrellas. Rain falls slowly through the last of summer foliage, left in the trees that surround us. And then we hear it: children’s laughter. Goosebumps rush across my skin. Light flickers in the tree in front of us. Shrieking and giggling come from its crown. I am seriously spooked.

The place where we were standing used to be a graveyard and now is home to the new sculpture park behind Marls sculpture museum. And the children laughing?  They were part of an art installation called “for future inspirations” by Hannah Weinberger. This is why I love art. It changes places, gives them greater meaning, or forces us to look at things differently.

I was at the curator’s tour of Urban Lights Ruhr “Licht Stadt Utopie”.

The exhibition Licht Stadt Utopie in Marl only went two weeks but that evening I spent looking around it left me seriously impressed.

The Ruhr is the most densely populated and most industrial part of Germany and is in north Rhine Westphalia. It has a lot of mining history; Marl’s last mine was only shut down in 2015, a lot of artwork that comes from this area has elements of the miner’s way of life in it.

Urban Lights Ruhr takes place every year in a different city in the Ruhrgebiet. In the past host cities have been: Bergkamen, Hamm and Hagen. It focusses on experimental light art.

We met at the new festival centre inside the ruin of an old school behind Marl’s centre. This school has been empty for a long time, I once went there with a friend to shoot photos in front of its dirty overgrown windows. This is soon to be the setting of the new home of Marl’s sculpture museum which unfortunately must move out of its old home in the town hall.

The tour didn’t lead us to all of the art works but we looked at most of them, I have written about the art that I personally found the most interesting.

“Oh Boy” by Kristina Buch: This structure at first reminded me of a gravestone and seemed to made of a concrete slab until we looked at it more closely. It resembled a very small and long bathroom. A tiled space too small for people to squeeze into, although some of the children on the tour tried. The ceiling was made of stained glass allowing the last of the evening light to fall in, and when we knocked on its walls we realise that it wasn’t solid, but in fact hollow. It just looked like concrete but was more reminiscent of a theatre set.

“Untertagebau” by Nikolaus Gansterer: A few films were part of the installation, one of these films was projected onto three neighbouring windows of the old school from the inside. The glass had been roughly coated with buttermilk to make a good projecting surface. The three-part film by the Austrian artist was and portrayed memories of the mining in the area. I found it very abstract but also very fascinating. It was split into three part which made viewing quite difficult though.

“non: lieux-,” The artist Mischa Kuball is already known in the city for his artwork „Fleurs du Mal“, which are huge letters over the entrance to the town hall and means „ the flowers of evil“. His work for Urban Lights Ruhr, consisted of large letters on the other side of the townhall that in turn portrayed the word “finished” or “unfinished” and the words “Dystopia” and “Utopia” on a lorry trailer that was driven around the city.

“Wasserballett für Marl” by Isa Melsheimer: I especially enjoyed this film because of the sheer weirdness. The water pools on the town hall area have been empty for decades giving the city centre an almost post-apocalyptic look. I remember how a few months ago someone posted in the Marl Facebook group that they had seen people swimming in them. Everyone was confused. Why was there water in the pools? A water ballet had been made about Marl in the area around the town hall. Using dim and pastel colours and masks, the scenery is extremely surreal and seems to play in a desolate place, which unfortunate describes Marls city centre all too well sometimes. I am always fascinated by dance and movement. I could have stood in front of this work for hours and watched it on repeat. Unfortunately, there is no version online yet which I can link to this post.

“Piet!” by Martin Pfeifle: Although this work is so simple I really enjoyed the scenery they gave. The three lit pillars in the primary colours of “De Stijl” (which was founded 100 years ago this year). They lit up the area around the town hall. The day that we were there was cloudy and I especially like the silhouettes of the people in front of the bright colours and the silhouettes of some of the permanent sculptures in Marl that were made in front of the works. It also reminded me a little of Tetris, and turned the entire area in front of the town hall into one composition.

„1:43—47 Marl, 2017“ by Michael Sailstorfer: A lantern that doesn’t spread light but popcorn? While the curator spoke to us, children gathered below it and collected the falling popcorn in their upturned umbrellas. This piece criticises the wasteful ways we use energy and light pollution.

All in all, I was positively surprised by the exhibition and the number of people who turned up to the tour. My mother was also there which gave us a chance to do something together before she had to leave for Scotland.

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Licht, Stadt, Utopie

Dunkelheit umgibt uns und wir stehen dicht zusammen unter unseren Regenschirmen. Regen fällt langsam durch die letzten Blätter der Bäume. Dann hören wir es: Kinderlachen. Ich bekomme eine Gänsehaut. Lichter flackern im Baum vor uns. Gekreische und Kichern kommen aus der Baumkrone.

Der Ort, an dem wir uns befinden, war früher ein Friedhof und ist jetzt der Skulpturenpark hinter Marls Skulpturenmuseum. Und das Kinderlachen? Teil einer Kunst-Installation mit dem Namen „For Future Inspirations“ von Hannah Weinberger. Deshalb liebe ich Kunst. Es verändert Orte, gibt denen eine größere Bedeutung oder zwingt uns dazu, die Welt anders zu betrachten.

Ich war bei der Kuratorenführung von Urban Lights Ruhr „Licht Stadt Utopie“ in Marl. Unter diesem Blogpost habe ich auch Skizzen und Zeichnungen, die von den Eindrücken dieses Tages inspiriert waren, hochgeladen.

Die Ausstellung „Licht Stadt Utopie“ in Marl ging nur über zwei Wochen. Der Abend dort hat mich allerdings sehr beeindruckt.

Das Ruhrgebiet ist der am dichtesten bevölkerte Teil von Deutschland. Ein Industriegebiet geprägt von den Zechen, die dort immer noch zu finden sind. Der Bergbau ist ein wichtiger Teil der Kultur. Marls letzte Zeche wurde erst 2015 geschlossen. Viel Kunst aus dem Ruhrgebiet dreht sich nicht zuletzt um den Bergbau.

Urban Lights Ruhr findet jedes Jahr in einer anderen Stadt im Ruhrgebiet statt; in den vergangen Jahren haben die Städte Bergkamen, Hamm and Hagen die Ausstellung kuriert. Der Hauptfokus ist experimentelle Lichtkunst.

Wir trafen uns am Festival Center in der alten verlassenen Schule hinter Marl Mitte. Diese Schule stand lange leer, sie sollte eigentlich abgerissen werden, wurde aber ein wenig restauriert, damit Flüchtlinge dort einziehen konnten, aber soweit ist es dann nicht mehr gekommen. Ich bin früher mal mit einer Freundin dorthin gegangen, um vor den verlassenen, überwachsenen Fenstern der Schule ein Foto-Shooting zu machen. Diese Schule wird bald das neue Zuhause des Marler Skulpturen Museum werden, wenn dieses aus dem Rathaus ausziehen muss.

Wir haben uns nicht alle Kunstwerke angeschaut aber die meisten. Ich schreibe auch nur über die Arbeiten, die ich persönlich am beeindruckendsten fand.

“Oh Boy” von Kristina Buch:  Im ersten Moment erinnerte diese Struktur an einen Grabstein und scheint aus Beton gemacht zu sein. Als wir sie uns allerdings näher anschauten wurde deutlich, dass es eher ein sehr schmales Badezimmer zeigte. Ein schmaler hoher Tunnel, klein gefliest, der am Ende um die Ecke ging. Die Decke bestand aus bunten Glas, wodurch das letzte Tageslicht noch durchfallen konnte. Wenn man an die Wänden der Struktur klopfte, wurde klar dass sie nicht aus Beton bestanden, sondern wie ein Bühnenbild hohl waren.

“Untertagebau” von Nikolaus Gansterer: Ein paar Filme waren Teil der Ausstellung. Einer dieser Filme wurde vom Innern der Schule auf die mit Buttermilch bestrichenen Fenster projiziert. Der Film war auf drei Teilen aufgeteilt und wurde auf drei Fenster projiziert und er sollte an den Bergbau im Ruhrgebiet erinnern. Dadurch, dass der Film aufgeteilt war, war es schwierig alles gleichzeitig aufzunehmen. Das führte allerding dazu, dass man bei jeden weiteren Betrachten mehr sah.

“non: lieux:” Der Künstler Mischa Kuball ist in Marl schon für seinen Schriftzug über dem Eingang zum Rathaus bekannt „Fleurs du Mal“, was so viel bedeutet wie die Blumen des Bösen. Seine Arbeiten für Urban Lights Ruhr bestanden aus den Wörtern „Finished“ bzw. „Unfinished“ in großen Buchstaben auf dem Rathaus und „Dystopia“ und „Utopia“, die auf einem LKW-Anhänger durch die Stadt gefahren wurden.

Wasserballett für Marl von Isa Melsheimer: Diesen Film mochte ich besonders, weil er einfach so schräg ist. Die Wasserbecken vor dem Rathaus in Marl stehen schon seit Jahrzehnten leer, was auch dazu führt, dass der Platz, auf dem sie stehen, ein bisschen postapokalyptisch wirkt. Ich kann mich noch daran erinnern, wie jemand in der Marler Facebookgruppe mit Verwunderung ein Foto gepostet hat, auf dem Menschen in den Wasserbecken schwimmen. Alle waren überrascht, dass wieder Wasser in den Becken war.

Ein Wasserballett, das in Marl am Rathaus stattfand. Die hellen Pastellfarben lassen den Ort super surreal erscheinen. Ich finde Tanz und Bewegung immer faszinierend (wahrscheinlich, weil ich selbst relativ unbeweglich bin). Ich hätte stundenlang vor dieser Arbeit stehen bleiben können. Leider gibt es keine online-Version, die ich hier posten könnte.

“Piet!” von Martin Pfeifle: Obwohl diese Arbeite so einfach erschien, große beleuchtet Quader in Primärfarben, fand ich sie besonders eindrucksvoll. Die drei Quader waren in den Farben vom „De Stijl“, eine Gruppe, die vor 100 Jahren gegründet wurde. Das Rathaus und seine Umgebung wurden von ihnen in bunten Farben beleuchtet. Die Leute, die an der Führung teilnahmen, blieben oft vor der gelben Säule stehen, und bildeten so eine beeindruckende Silhouette. Auch die anderen Skulpturen vom Skulpturenpark, die immer auf dem Platz stehen, wirkten vor den bunten Säulen anders als sonst. Der Rathausplatz wurde zur Gesamtkomposition des Künstlers.

„1:43—47 Marl, 2017“ von Michael Sailstorfer: Eine Laterne, die kein Licht von sich gibt, sondern Popcorn. Während der Kurator des Skulpturenmuseums mit uns sprach, sammelte sich eine Gruppe Kinder unter der Laterne mit umgedrehten Regenschirmen, um das fallende Popcorn aufzufangen. Die Arbeit kritisiert die Lichtverschmutzung in den Städten (aber was ist mit dem verschwendeten Popcorn?)

Insgesamt hat mir die Ausstellung sehr gut gefallen und ich war auch positiv überrascht, wie viele Personen zu der Führung gekommen sind. Meine Mutter war auch da, um sich die Ausstellung anzuschauen. Also konnte ich ein wenig Zeit noch mit ihr verbringen, bevor sie sich wieder auf den Weg nach Schottland machte.

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CAMP at Dusk

Art, Journal, Reflections

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deutsche Version hier

Dusk. Black wires stretched over our heads and we looked up trying to follow the paths to their origins. On the sides of the open area on the roof of the “Münster Theater” we found buttons on the ends of dangling wires. Pressing one of them meant setting off church bells others triggered other sounds. Sometimes it was difficult to differentiate between the sounds of the outside world or the noise created by the installation we were standing in.

One button, when pressed, would trigger a woman to come to the window of the house on the opposite side of the street, looking out, pressing her own button or waving or holding up messages written on large posters. Many people waved back even though they knew she was digital.

The artist group who created this interactive piece is called CAMP (Xavier Le Roy  and Scarlet Yu). This was one of the many sculptures displayed around Münster as part of the of this summer’s sculpture projects. The “sculpture projects” takes place every 10 years for exactly 100 days. At the end of each of the projects, the city purchases a few sculptures to stay and decorate the city in the years to come. I don’t think this one is going to stay though. 

Even though I had meant to take part in as many workshops relating to the projects as possible, this was the first workshop I had managed to go to. It was also the very last lab workshop of this year’s project.

I was the youngest participant and many of the other visitors had been to many of the  workshops, which had taken place before this one. One gentleman proudly stated it was the 9th time he was there.

While we walked from the Trafo Station to the Münster Theatre to look at CAMP, we took a small break on the promenade. We were instructed to close our eyes and listen to our surroundings. The bicycles that passed were loud, I could hear the chains the moving. The runners that jogged passed us seem to be heavy footed in a way that I had never noticed before. They gasped for air. The music was loud in their ears. Pedestrians walked by, talking, but seem to go silent once they saw our group standing around in silence. Water burbled in a stream nearby. Birds screamed at each other across the tree tops, gravel crunched underfoot. With closed eyes the world seemed spacious. Sounds were far, or suddenly very near. The ring of a bicycle bell was deafening.

We were suddenly so much more aware of our surroundings.

CAMP’s sculpture was a feast for the senses, a little too much to be honest. Poems, photographs, the woman in the window. Interactive buttons that could be pressed. Sounds that could be triggered. The black wires streaking across the darkening sky, people trying to piece it all together in the their heads.

What does it mean, what is it trying to tell us?

We stood in the square and wrote down our thoughts and the stories that came to mind. It was very fitting that this sculpture was at the theatre. It was a theatre set with atmosphere, evoking stories, but hiding its essence, the vital part that reveals the meaning of it all.

What would we be without wires? Without communication? How much communication is too much?

How surreal is it to press on a button and expect a woman, even a virtual one, to come to the window? Some people became frustrated when she didn’t turn up fast enough. Others were slightly aggressive when all the buttons were occupied by others.

How do we deal with technology? We talk to it, desire it, hate it, get infuriated by it and depend on it more than we’d like to know.

Sometimes I think about what our lives would be like if we suddenly had no electricity. The thought of it scares me. It makes me realise how comfortable we are and I spend nights dreaming of the apocalypse and zombies and people resorting to cannibalism.

CAMP brought up these fears and thoughts again. We stood under that net of wires, with our phones in our pockets, in theory connected to millions of people all over the world.

Minutes before, we had stood together on the path surrounded by trees and had listened to our world. Our world in this very moment and had realised how busy even the most empty part of our town could be. But we couldn’t do both. Be mindful and present and push on that button waiting for something to happen, something to reward the smallest of actions. 

After the tour, there was a small party celebrating the end of the Sculpture Projects at the Trafo Station. At a large table, I cut out pictures from magazines and turned them into badges using a badge making machine. Details of larger pictures. Tiny bits that forced me to concentrate on the small details instead of on everything. Relishing the simplicity of blending out everything unnecessary. I realised that I had never been to a party where people hunched over pieces of paper, scissors in hand, cutting and sticking, making something to take home.

An elderly gentleman, who seemed to be at least a generation older than everyone else, sat alone at the end of the table making collages on round oval pieces of paper. Next to him lay a small leather folder stuffed with notes and scraps of paper. Later, when the dance floor opened, he was the first person to get up and move to the music. He seemed to fit in perfectly but also was completely out of place. I later asked the girl next to me (also making badges) who he was. She told me he was Kasper König, the curator of the Sculpture Projects.

On the train journey home, I sent a message to the girl from the party via WhatsApp. I was glad that technology could connect us. But sometimes, like when I stood beneath CAMP’s wires, I realize that it often is too much. Too many sounds, echoes, messages and flashing lights occupy my thoughts, taking up space in my head where my own ideas and feelings should be. A little like that digital woman at the window, catching our attention with her virtual wave.

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CAMP in der Dämmerung

Abenddämmerung. Schwarze Kabel über unseren Köpfen. Wir schauten hoch und versuchten ihren Ursprung zu finden. 

An den Seiten des Hofes hinter dem Theater Münster hingen Druckschalter an Kabeln herunter, mit denen man etwas auslösen konnte. Kirchenglocken oder Musik, häufig war es schwierig, zwischen den Geräuschen außerhalb und den künstlichen Geräuschen innerhalb der Installation zu unterscheiden. 

Auf Knopfdruck, kam an der gegenüberliegenden Straßenseite eine Frau ans Fenster. Manchmal drückte sie ihren eigenen Knopf, manchmal winkte sie zu uns hinüber. Wir winkten zurück, obwohl wir wussten das sie digital war. 

Die Künstlergruppe, die diese interaktive Skulptur gestaltet hatten nennt sich CAMP (Xavier Le Roy und Scarlet Nu). 

Die Skulptur war eine der vielen Skulpturen des Skulpturen Projekts 2017 in Münster. 

Die Projekte finden alle 10 Jahre statt und laufen immer genau 100 Tage. Manche Kunstwerke werden nach dem Ende der Projekte von der Stadt gekauft und dann weiterhin im öffentlichen Raum ausgestellt. 

Obwohl ich eigentlich geplant gehabt hatte, während die Projekte an möglichst vielen Workshops teilzunehmen, war das hier mein erste Workshop. Er war auch der letzte der Lab Serie der Skulpturen Projekte. 

Ich war die Jüngste in der Gruppe, und viele andere Teilnehmer hatten schon an mehreren Workshops teilgenommen. Ein älterer Herr war schon bei 9 gewesen. 

Auf dem Weg von der Trafo-Station zum Museum, machten wir eine kurze Pause auf der Promenade. Dort sollten wir alle unsere Augen schließen und uns auf die Geräusche in der Umgebung konzentrieren. 

Die Fahrräder auf der Promenade waren laut, ich konnte ihre Ketten hören. Die Läufer, die an uns vorbei joggten, machten sehr schwere Schritte. Sie keuchten nach Luft und Musik spielt laut in ihren Ohren. Fußgänger unterhielten sich, aber wurden still, wenn sie unsere merkwürdige kleine Gruppe bemerkten, und wie wir mit geschlossen Augen verteilt auf der Promenade standen.  

Wasser plätschert einen kleinen Bach entlang. Vögel kreischten zwischen den Bäumen. Kies knirschte unter unseren Schuhen. Mit geschlossenen Augen schien die Welt um uns wahnsinnig groß zu sein. 

Geräusche, die zuvor weit entfernt waren, schienen plötzlich ganz nah. Das Schellen einer Fahrrad Klingel war superlaut. 

Plötzlich nahmen wir unsere Umgebung wirklich war. 

CAMPs Installation führt zu einer leichten Reizüberflutung. Auf einem Bildschirm ein projiziertes Gedicht und dazu alte Photographien von der Eröffnung des Museums. Die Frau am Fenster und es gab Knöpfe zum Drücken, Töne, die dadurch ausgelöst wurden und sich in der Herbstluft auflösten. Dazu die schwarzen Kabel, die den immer dunkler werdenden Himmel aufteilen. Wir standen von Reizen umgeben und versuchten sie zu verstehen.

Was sollte das alles bedeuten? 

Wir standen draußen und schrieben unsere Gedanken auf Zettel. Kurze Geschichten, losgelöste Erinnerungen, manchmal einfach einzelne Wörter. Die Skulptur passte zum Standort dem Theaterhof. Es war eine Inszenierung in einer gebauten Welt, eine Umgebung, die uns herausforderte, ihre Geheimnisse zu entschlüsseln. Ihren Sinn zu finden. 

Wie wäre die Welt ohne Kabel? Ohne elektronische Kommunikation? Wie viel Kommunikation ist zu viel? 

Wie surreal ist es, einen Knopf zu drücken und zu erwarten, dass eine Frau, selbst eine virtuelle, für uns ans Fenster kommt? Ich habe gesehen, wie manche Besucher frustriert wurden, wenn sie nicht schnell genug am Fenster erschien. Und andere, die aggressiv wurden, weil alle Knöpfe der Skulptur von anderen besetzt waren. 

Wie gehen wir mit unserer Technik um? Wir reden mit ihr, wollen sie besitzen, sie frustriert uns und wir brauchen sie zum Leben. 

Manchmal frage ich mich, wie es wäre, wenn wir plötzlich keinen Strom mehr hätten. Dann wird deutlich, wie einfach unser Leben geworden ist und doch wie abhängig wir von der Technik sind. Immer wieder träume ich von Apokalypse und Zombies und Menschen die zum Kannibalen werden, nur um am Leben bleiben zu können. 

CAMP befreite diese Gedanken aus der hintersten Ecke meines Gehirns und setzte sie frei. Wir standen unter einem Netz aus Kabeln mit unseren Handys in unseren Taschen, mit denen wir theoretisch Million Menschen auf dieser Erde erreichen können.  

Nur wenige Minuten davor, hatten wir noch auf der Promenade gestanden, umgeben von Bäumen und Radfahrern, die Augen geschlossen um der Welt besser zuhören zu können.

Unsere Welt gerade dann. Plötzlich merkten wir, wie viel selbst in ruhigen Teilen der Stadt los ist. 

Beides zusammen geht aber nicht. Wir konnten nicht unsere Welt wahrnehmen und gleichzeitig auf den Knopf drücken und auf unsere Belohnung warten. 

Als die Tour vorbei war, gab es eine kleine Party an der Trafo Station, zur Feier des Abschlusses der Skulpturen Projekte. Mit einer Schere zerschnitt ich Zeitschriften und machte an einer Button-Maschine Buttons aus den Bildern. 

Genauer gesagt, kleinen Details von größeren Bildern. Es war befriedigend, mich auf die Details zu konzentrieren. Es war so einfach, alles Überflüssige auszublenden und nur die schönsten Teile der Bilder auszuschneiden. Mir wurde klar, dass ich noch nie auf einer Feier war, wo die Hälfte der Besucher sich um einem Tisch mit Buttonmaschine sammelten. 

Ein älterer Herr, der eine Generation älter als alle anderen war,  saß alleine am Ende vom Tisch und bastelte Collagen auf ovalen Papier.  Neben ihm lag eine kleine Ledermappe, die mit Schnipsel und Notizen gefüllt war. Später als die Tanzflächen eröffnet wurde, war er der erste, der aufstand und tanzte. Er passte perfekt hier her.  Aber dann irgendwie doch nicht. Als ich später das Mädchen fragte, die neben mir Buttons bastelte, wer dieser Mann sei, sagte sie mir er sei Kasper König, der Kurator der Skulptur Projekte. 

Auf der Bahnfahrt nach Hause, schickte ich ihr eine Nachricht über WhatsApp. Ich bin froh, dass ich es durch die Technologie einfacher habe, mit anderen Kontakt aufzunehmen. Aber manchmal wird mir klar, dass sie in meinem Kopf zu viel Platz wegnimmt. Zu viele Geräusche, bunte Lichter und Frauen, die ans Fenster kommen und mit ihrem Winken meine Aufmerksamkeit stehlen. 

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