Ramblings

Journal
Nachbarn3

Collages made with photos out of various old magazines.

Vor einen paar Wochen habe ich mich mit der Künstlerin Pia Janssen und ein paar ihrer Kollegen getroffen um an einem kleinen Schreibworkshop teilzunehmen. Wir hatten 5 Minuten Zeit, über einen Begriff zu schreiben, der von den anderen Teilnehmern in den Raum geworfen wurde. Ich was positiv überrascht wie gut meine Texte waren, die dabei entstanden sind. Da wir nur so wenig Zeit zur Verfügung hatten, gab es auch keine Möglichkeit Gedanken zu den Themen zu einer inneren Zensur zu unterwerfen, deshalb sind die kurzen Texte sehr persönlich geworden.

A few weeks ago I met with the artist Pia Janssen and a few of her colleges to take part in a small writing workshop. We were given 5 minutes and a word to write about. Unfortunately, many of these words that are very difficult to translate into English. I will still do my best, though, to translate my 5-minute ramblings for you, because I think the outcome is quite good. The texts are very raw. When you only have 5 minutes to write you don’t have time to censor your thoughts.

 

Ausbruch

Aufbruch

Aufbruchstimmung. Eine Zeit hinter sich lassen. Eine neue Ära beginnt. Viele haben diese Reise hinter sich, mehr oder weniger gleich, mehr oder weniger anders. Was lassen wir liegen, was nehmen wir mit? Warme Gedanken von Freundschaften und Begegnungen, kalte klamme Furcht vor dem Neuen, was vor uns liegt. Aber gleichzeitig auch die Hoffnung aus dieser Erfahrung reicher zu werden, reicher an eigene Geschichten und den Geschichten von anderen, die einen berühren. Vorher kommt das Herzklopfen, lange, wache Nächte, aber wenn es zum Aufbruch kommt, bedeutet das Funktionieren, und mit neugierigen, offen Augen, dem begegnen, was auf uns zukommt.

 

Aufbruch means departure or awakening, the start of something new.

Departure. To leave something behind you. A new era begins. Many others have already taken this path, in the same way, differently. What can I leave here, what should I take with me? Warm thoughts of friendship and encounters, cold clammy fear of the new things that lie ahead. But at the same time the hope that we will get richer through this experience, richer with new personal stories and stories that we have heard from others. Before we leave, the loud heartbeat in our ears, long nights, unable to sleep, but when it’s time to leave it means we must perform and face what is coming towards us with wide-open curious eyes.

 

Elite3

Elite

„Ihr seid die Elite, die Profis von morgen, die Politiker und Naturwissenschaftler, Künstler und Dichter, die unsere Welt verändern werden.“

Ich schaue mich um und frage mich, wie ich es geschafft habe, hier dazu zu gehören. Ich? Noch so klein aber schon Teil dieser „großartigen“ Elite? Unter unserer Kuppel waren wir die Zukunft. Jeden Morgen in der Kapelle, mit kalten Händen und den Augen noch mit Schlaf gefüllt wurde uns dieses immer wieder gesagt. Immer, wenn wir scheiterten, haben sie uns daran erinnert, dass wir nur Elite bleiben würden, wenn wir perfekt sind. Nicht nur perfekt, sondern wie ein ungeschliffener Diamant. Sogar unsere Macken müssen eindrucksvoll sein, Teile der Show, Teile unserer perfekten Masken.

Als ich mich entschied, die Elite zu verlassen, wurde die Welt plötzlich bunt. Warum habe ich mich so lange in so einer kleinen von der Welt abgeschlossenen Gruppe unwohl gefühlt, wenn die wahre Elite die wenigen sind, die diese Wahl nicht selbst getroffen haben.

 

“You are the elite, tomorrow’s professionals, politicians and scientists, artists and poets that will change the world as we know it.”

I look around and ask myself how I managed it to get here and belong to all this. Such a small person am I and already part of the elite. Under our dome, we were the future. They told us so every morning in chapel, when our hands were cold and our eyes still filled with sleep. When we failed, we were reminded that we would only stay elite if we were perfect. Not just perfect but even our flaws would have to be awesome, part of our mask part of the show, like an unpolished diamond.

When I decided to leave the elite, the world suddenly became colourful. Why had I decided to stay in such a closed off group and be unhappy, when the real elite are people, who had not decide to be it themselves?

 

Blaulicht3

Blaulicht

Blaulicht, Sirenen, ich stehe an der Ampel in einem Auto, das nicht mir gehört und weiß nicht, in welche Richtung ich mich bewegen soll. Panik. Immer diese Panik. Was ist, wenn ich der Grund bin, weshalb der Krankenwagen zu spät kommt und deshalb jemand stirbt?

Mein Herz schlägt laut in meinen Ohren, die Hände sind klamm. Erinnerungen überwältigen mich.

Von Blaulicht geweckt. Vor der Tür die Polizei, unten im Haus Geschrei. Müde, schleiche ich in den Gang entlang, meine nackten Füße auf kalten Boden. Ich schaue die Treppe runter. Der, der gestern neu reingebracht wurde (ich weiß seinen Namen nicht) und noch mit keinem gesprochen hatte, wird von zwei Polizisten festgehalten während er gegen sie ankämpft. Unten am Fuß der steilen Treppe die Nachtaufsicht, eine Erzieherin hält sie im Arm. Sie weint. Die Erzieherin sieht mich oben an der Treppe stehen und deutet mit ihrem Kopf, das ich gehen soll. Ich weiß bis heute nicht, was in dieser Nacht passiert ist.

 

Blaulicht – the word Germans use to describe the emergency lights on police cars and ambulances.

Flashing lights, sirens. I am standing at the traffic lights in a car that does not belong to me and don’t know in which direction I am supposed to move. Panic. Always panic. What happens if I am the reason what the ambulance comes too late and someone dies?

My heartbeat loud in my ears, my hands shaking at the steering wheel. Memories overcome me.

Blue light woke me. The police were in front of our door. I crept down the hall, my naked feet on the cold floor. I looked down the stairs. He, I don’t know his name, he joined us yesterday and hasn’t yet talked with anyone, is being restrained by two police officers while he is fighting against them.

At the bottom of the stairs our night worker, our housemistress holding her in her arms. She looked up at me and signified that I should go back to my room. To this day I don’t know what happened that night.

 

 

Heimat3

Heimat

The road is home. Oder doch nicht? Heimat beschreibt viel mehr als nur den Ort, an dem man lebt. Es beschreibt ein Gefühl, Zugehörigkeit, Sicherheit, wie eine warme Decke, unter der man sich nach einer langen Reise verkriechen kann. Heimat ist Kultur, aber vor allem ist es verstehen. In der Heimat verstehe ich die anderen und sie verstehen mich. Meine Sprache, meine Werte, meine Bewegungen und Absichten. Ohne Heimat ist man nackt, sticht aus der Gruppe heraus, ist aber trotzdem unsichtbar. Man traut sich zu wenig oder auch zu viel, es bleiben viele Fragen offen. Die Heimat ändern ist, als wäre man untreu geworden, aber ein Teil von mir ist noch woanders! Kann man mehr als eine Heimat haben, oder kann die Heimat auch das ungewissen Gefühl sein, dass man manchmal an neuen Orten mit neuen Menschen hat?

 

Heimat- is word that implies more than home although it is often translated as such. It means belonging or being native to a place.

The road is home. Or not? Home is a lot more than the place where you live. It describes the almost indescribable feeling of belonging, safety and the feeling of crawling under a warm blanket after a long journey.  Home in culture but more than anything it is understanding. At home, I understand the others and they understand me. My language, my values, my movements and my intentions. Without home, we are naked, we stand out from the crowd but are still invisible. We dare to do less but sometime dare too much, there are so many unanswered questions. When your home changes, it is a little like cheating on a loved one, a part of me is still elsewhere. Can we have more than one home, or can home even be that odd feeling you have when you arrive somewhere new and meet new people?

 

Nachbarn3

Nachbarn

Die erste richtige gemeinsame Wohnung. Das eine Zimmer, das wir vorher hatten, konnte man ja wirklich nicht als solche bezeichnen. Drei Zimmer ist groß genug zum Feiern, also luden wir alle ein, auch die Nachbarn, die wir bis dahin nur flüchtig im Flur gesehen hatten. Obwohl die Feier der reinste Absturz war, mit Erbrochenem in der Badewanne und der Polizei an der Tür, hat sie uns zusammengebracht.

Jetzt haben wir eine Hausgemeinschaft. Wir treffen uns mindestens einmal in der Woche, gehen feiern, reden über unsere Sorgen, die eh schon alle kennen, weil die Wände so dünn sind, das alle das wöchentliche Telefonat mit Mutti mitbekommen. Wir haben richtigen Anschluss gefunden, die anderen auch. Vor unserer Feier kannten sich die anderen gegenseitig auch nicht. Aber warum? Wir wohnen nebeneinander, untereinander, hören wie die anderen duschen und hin und wieder einen Gast, den sie zum Übernachten dahaben. Wir wissen doch eh schon so viel voneinander, nur die Menschen kennen wir nicht. Nach dem Feiern gehen wir gemeinsam nach Hause und wie in alten Fernsehserien wünschen wir uns gegenseitig im Treppenhaus gute Nacht. Gespiegelt in den dunklen Fenstern des gegenüberliegenden Hauses sieht man dann, wie die Lichter nacheinander erlöschen und unser gesamtes Haus schlafen geht.

 

The first real flat together. The one room we share before couldn’t really be described as a flat. Three rooms are big enough to celebrate, so we invited everyone including our neighbours who we had previously only seen in the corridor outside our flat. Even though the party was a sheer disaster, with vomit in the bath and the police at the front door, it brought us together.

Now we have a house community. We meet once a week, go clubbing, talk about our problems, which are public knowledge anyway because the walls are so thin that everyone can hear the weekly phone call with mum.

We have found a real connection, so have the others. Before the party they didn’t know each other either. But why? We live next to each other, under each other, hear how the others shower and when they have a guest over to stay the night occasionally. We know so much about each other, we just don’t know the other person. When we get home after a night out, we say good night in the stairwell like in old tv series. Mirrored in the windows of the house on the opposite side of the road, you can see how our lights go out, one after another as our entire house goes to bed.

 

Instagram        VSCO      Bloglovin’

 

Without Autumn

Journal, Reflections, Sketchbook

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

deutsche Version hier

Autumn used to be something from picture books.

Red, yellow, orange leaves falling from trees.

I would look outside and see only grey sky, grey sea, wind flattening the empty landscape.

Children in stories used to play conkers and I would paint the conkers I had collected at my grandma’s with bright nail varnish because they were something special to me. I would hold them in my hand feel the smoothness of their shell, like others hold pebbles that have been worn away by the sea.

The place where I grew up had no autumn. Once summer ended, it only got colder. And darker.
The colours seemed to seep out of the landscape and into the sea that would swallow them, and toss them about until they sank into its depth.

Now I look out of my kitchen window and see the trees are almost empty and the last of the red leaves in the gutter on the side of the road.

I used to imagine running under trees trying to catch falling leaves. The colours swirling above me, conkers and acorns on the ground.

It is a time of transition. I love the way it gets colder. Noticing the way my ears freeze, or my nose goes red when I leave the house. Rummaging in the cellar I hope, just hope that the other glove from that pair that I bought last year is still there somewhere.

One year my Dad had a friend of his collect acorns for us in the autumn and we planted 100 of them in the spring. I think two grew and not one survived the harsh winter. I already had imagined a forest at front of our house, the only one on the island and the stories that people would tell in the years to come about those people who had planted the trees. They would have probably been a hazard anyway. No one wants a branch in their window during one of the many winter storms.

Moving to a place with autumn brought its own lessons: The first time I slipped on wet leaves at a junction with my bike. The first time I realized that conkers falling from trees could also be painful.

Seeing the world in colour, I only had the orange and yellow and red of the Guy Fawkes bonfire on the 5th of November, which I looked forward to every year, but it would often be postponed due to rough weather conditions. Now I have red and orange and yellow for a few months every year. Brown, burgundy, rusty orange, bright yellows. Autumn glows even though it is dying.

This time last year, we were giving the task at school to write a poem about autumn. It was the first poem I ever wrote in German, and I know that it’s disappointing, but I am not going to translate it here. It isn’t translatable. It is about the difficulty of cycling in autumn and how I was the only person in my class who cycled during the colder months. I guess the Orkney autumns had somehow managed to prepare me for all weathers.

Pictures here.

Instagram        VSCO      Bloglovin’

Ohne Herbst

Herbst war früher etwas, was es nur in Bilderbüchern gab.

Rote, gelbe, orangene Blätter, die von den Bäumen fielen.

Ich schaute aus dem Fenster und sah grau. Grauer Himmel, graues Meer und der Wind, der die leere Landschaft um mich flach blies.

In den Geschichten haben Kinder die Kastanien gesammelt und ich habe die Kastanien, die mein Vater aus England mitgebracht hatte, mit buntem Nagellack angemalt und danach in meiner Hand gehalten. Eine glatte Naturoberflache, etwas, das andere vielleicht mit Kieseln vom Strand machen würden.

Der Ort, an dem ich groß wurde, hatte keinen Herbst. Wenn der Sommer vorbei war, wurde es nur kälter. Und dunkler.

Die Farben wurden vom Regen aus der Landschaft ins Meer gewaschen und dort von den Wellen in kleine Stücke gerissen, bis sie langsam auf den dunkeln Meeresgrund hinabfielen.

Heute schau ich aus mein Küchenfenster und sehe die blätterlosen Bäume. Die letzten roten Blätter sammeln sich unten am Straßenrand.

Ich habe mir früher vorgestellt, wie ich unter Bäumen herumrennen und die fallenden Blätter fangen würde. Die Farben würden in der Luft über mir her schwirren und Kastanien und Eicheln würden unter meinen Füßen liegen.

Eine Zeit der Veränderung. Ich liebe es, wie es kälter wird. Ich fühle, wie meine Ohren frieren oder meine Nase rot wird, wenn ich das Haus verlasse. Ich durchsuche den Keller in der Hoffnung, dass ich doch noch meinen passenden Handschuh finden werde, den ich erst letzten Winter gekauft habe.

Einmal hat ein Freund meines Vaters im Herbst Eicheln für uns gesammelt. Im Frühling haben wir 100 gepflanzt. Ich glaube zwei wuchsen und kein einziger hat den Winter überstanden. Ich hatte schon eine Vorstellung von einem Wald vor unserer Haustür, der einzige auf der Insel und die Geschichten, die man in der Zukunft über uns erzählen würde, die Menschen, die es geschafft hatten, Bäume zu pflanzen.
Es war wahrscheinlich, eh keine besonders gute Idee gewesen. Keiner möchte im Winter einen Ast durchs Fenster fliegen haben.

Als ich an einen Ort zog, wo es tatsächlich Herbst gibt, musste ich viel lernen. Das erste Mal, wo ich an der Kreuzung mit meinem Fahrrad auf Laub ausgerutscht bin. Das erste Mal, wo mir klar wurde, das es schmerzhaft sein kann, im Herbst unter Kastanienbäumen zu laufen.

Die Welt in Farbe zu betrachten: Die einzige Zeit, in der es damals für mich rot und gelb und orange gab, war im Feuer zum Guy-Fawkes-Tag am 5. November, auf das ich mich jedes Jahr freute, obwohl es häufig wegen schlechtem Wetter verschoben werden musste.

Jetzt habe ich jedes Jahr rot, orange und gelb ein paar Monate lang. Dazu braun, burgunder, rost, grelles gelb. Herbst leuchtet, obwohl es ein Sterben ist.
Letztes Jahr um diese Zeit haben wir in der Schule die Aufgabe bekommen, ein Gedicht über den Herbst zu schreiben. Es war das erste Gedicht, was ich auf Deutsch geschrieben habe:

 

Der lange Sommer geht zu Ende
Der Wind gibt einem kalte Hände
Finger frieren beim Radeln ein
Es fehlt der wärmende Sonnenschein
Es sammeln sich die nassen Blätter
Nach dem trüben Regenwetter.

Auf dem Rad zur Schule trampeln
Vorsicht! Vor den Roten Ampeln
Die kalte Straße liegt im Dunkeln
Man sieht nur die Laternen funkeln
Wer dort bremst und rutscht und fällt
Wer sagt dann das das Auto hält?

Jeder Tag wird etwas kälter
Der Nebel deckt die leeren Felder
Die meisten fahren nicht mehr Rad
Sie sind fürs Wetter viel zu zart
Beim Radeln kommt man schon ins Schwitzten
Doch besser als im Bus zu sitzen.

Die an der Haltestelle frieren
Sollten es ruhig auch probieren.

 

Instagram        VSCO      Bloglovin’

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Licht, Stadt, Utopie

Art, Journal, Sketchbook

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

deutsche Version hier

Darkness envelops us, and we stand huddled together under our umbrellas. Rain falls slowly through the last of summer foliage, left in the trees that surround us. And then we hear it: children’s laughter. Goosebumps rush across my skin. Light flickers in the tree in front of us. Shrieking and giggling come from its crown. I am seriously spooked.

The place where we were standing used to be a graveyard and now is home to the new sculpture park behind Marls sculpture museum. And the children laughing?  They were part of an art installation called “for future inspirations” by Hannah Weinberger. This is why I love art. It changes places, gives them greater meaning, or forces us to look at things differently.

I was at the curator’s tour of Urban Lights Ruhr “Licht Stadt Utopie”.

The exhibition Licht Stadt Utopie in Marl only went two weeks but that evening I spent looking around it left me seriously impressed.

The Ruhr is the most densely populated and most industrial part of Germany and is in north Rhine Westphalia. It has a lot of mining history; Marl’s last mine was only shut down in 2015, a lot of artwork that comes from this area has elements of the miner’s way of life in it.

Urban Lights Ruhr takes place every year in a different city in the Ruhrgebiet. In the past host cities have been: Bergkamen, Hamm and Hagen. It focusses on experimental light art.

We met at the new festival centre inside the ruin of an old school behind Marl’s centre. This school has been empty for a long time, I once went there with a friend to shoot photos in front of its dirty overgrown windows. This is soon to be the setting of the new home of Marl’s sculpture museum which unfortunately must move out of its old home in the town hall.

The tour didn’t lead us to all of the art works but we looked at most of them, I have written about the art that I personally found the most interesting.

“Oh Boy” by Kristina Buch: This structure at first reminded me of a gravestone and seemed to made of a concrete slab until we looked at it more closely. It resembled a very small and long bathroom. A tiled space too small for people to squeeze into, although some of the children on the tour tried. The ceiling was made of stained glass allowing the last of the evening light to fall in, and when we knocked on its walls we realise that it wasn’t solid, but in fact hollow. It just looked like concrete but was more reminiscent of a theatre set.

“Untertagebau” by Nikolaus Gansterer: A few films were part of the installation, one of these films was projected onto three neighbouring windows of the old school from the inside. The glass had been roughly coated with buttermilk to make a good projecting surface. The three-part film by the Austrian artist was and portrayed memories of the mining in the area. I found it very abstract but also very fascinating. It was split into three part which made viewing quite difficult though.

“non: lieux-,” The artist Mischa Kuball is already known in the city for his artwork „Fleurs du Mal“, which are huge letters over the entrance to the town hall and means „ the flowers of evil“. His work for Urban Lights Ruhr, consisted of large letters on the other side of the townhall that in turn portrayed the word “finished” or “unfinished” and the words “Dystopia” and “Utopia” on a lorry trailer that was driven around the city.

“Wasserballett für Marl” by Isa Melsheimer: I especially enjoyed this film because of the sheer weirdness. The water pools on the town hall area have been empty for decades giving the city centre an almost post-apocalyptic look. I remember how a few months ago someone posted in the Marl Facebook group that they had seen people swimming in them. Everyone was confused. Why was there water in the pools? A water ballet had been made about Marl in the area around the town hall. Using dim and pastel colours and masks, the scenery is extremely surreal and seems to play in a desolate place, which unfortunate describes Marls city centre all too well sometimes. I am always fascinated by dance and movement. I could have stood in front of this work for hours and watched it on repeat. Unfortunately, there is no version online yet which I can link to this post.

“Piet!” by Martin Pfeifle: Although this work is so simple I really enjoyed the scenery they gave. The three lit pillars in the primary colours of “De Stijl” (which was founded 100 years ago this year). They lit up the area around the town hall. The day that we were there was cloudy and I especially like the silhouettes of the people in front of the bright colours and the silhouettes of some of the permanent sculptures in Marl that were made in front of the works. It also reminded me a little of Tetris, and turned the entire area in front of the town hall into one composition.

„1:43—47 Marl, 2017“ by Michael Sailstorfer: A lantern that doesn’t spread light but popcorn? While the curator spoke to us, children gathered below it and collected the falling popcorn in their upturned umbrellas. This piece criticises the wasteful ways we use energy and light pollution.

All in all, I was positively surprised by the exhibition and the number of people who turned up to the tour. My mother was also there which gave us a chance to do something together before she had to leave for Scotland.

Pictures here.

Instagram        VSCO      Bloglovin’

Licht, Stadt, Utopie

Dunkelheit umgibt uns und wir stehen dicht zusammen unter unseren Regenschirmen. Regen fällt langsam durch die letzten Blätter der Bäume. Dann hören wir es: Kinderlachen. Ich bekomme eine Gänsehaut. Lichter flackern im Baum vor uns. Gekreische und Kichern kommen aus der Baumkrone.

Der Ort, an dem wir uns befinden, war früher ein Friedhof und ist jetzt der Skulpturenpark hinter Marls Skulpturenmuseum. Und das Kinderlachen? Teil einer Kunst-Installation mit dem Namen „For Future Inspirations“ von Hannah Weinberger. Deshalb liebe ich Kunst. Es verändert Orte, gibt denen eine größere Bedeutung oder zwingt uns dazu, die Welt anders zu betrachten.

Ich war bei der Kuratorenführung von Urban Lights Ruhr „Licht Stadt Utopie“ in Marl. Unter diesem Blogpost habe ich auch Skizzen und Zeichnungen, die von den Eindrücken dieses Tages inspiriert waren, hochgeladen.

Die Ausstellung „Licht Stadt Utopie“ in Marl ging nur über zwei Wochen. Der Abend dort hat mich allerdings sehr beeindruckt.

Das Ruhrgebiet ist der am dichtesten bevölkerte Teil von Deutschland. Ein Industriegebiet geprägt von den Zechen, die dort immer noch zu finden sind. Der Bergbau ist ein wichtiger Teil der Kultur. Marls letzte Zeche wurde erst 2015 geschlossen. Viel Kunst aus dem Ruhrgebiet dreht sich nicht zuletzt um den Bergbau.

Urban Lights Ruhr findet jedes Jahr in einer anderen Stadt im Ruhrgebiet statt; in den vergangen Jahren haben die Städte Bergkamen, Hamm and Hagen die Ausstellung kuriert. Der Hauptfokus ist experimentelle Lichtkunst.

Wir trafen uns am Festival Center in der alten verlassenen Schule hinter Marl Mitte. Diese Schule stand lange leer, sie sollte eigentlich abgerissen werden, wurde aber ein wenig restauriert, damit Flüchtlinge dort einziehen konnten, aber soweit ist es dann nicht mehr gekommen. Ich bin früher mal mit einer Freundin dorthin gegangen, um vor den verlassenen, überwachsenen Fenstern der Schule ein Foto-Shooting zu machen. Diese Schule wird bald das neue Zuhause des Marler Skulpturen Museum werden, wenn dieses aus dem Rathaus ausziehen muss.

Wir haben uns nicht alle Kunstwerke angeschaut aber die meisten. Ich schreibe auch nur über die Arbeiten, die ich persönlich am beeindruckendsten fand.

“Oh Boy” von Kristina Buch:  Im ersten Moment erinnerte diese Struktur an einen Grabstein und scheint aus Beton gemacht zu sein. Als wir sie uns allerdings näher anschauten wurde deutlich, dass es eher ein sehr schmales Badezimmer zeigte. Ein schmaler hoher Tunnel, klein gefliest, der am Ende um die Ecke ging. Die Decke bestand aus bunten Glas, wodurch das letzte Tageslicht noch durchfallen konnte. Wenn man an die Wänden der Struktur klopfte, wurde klar dass sie nicht aus Beton bestanden, sondern wie ein Bühnenbild hohl waren.

“Untertagebau” von Nikolaus Gansterer: Ein paar Filme waren Teil der Ausstellung. Einer dieser Filme wurde vom Innern der Schule auf die mit Buttermilch bestrichenen Fenster projiziert. Der Film war auf drei Teilen aufgeteilt und wurde auf drei Fenster projiziert und er sollte an den Bergbau im Ruhrgebiet erinnern. Dadurch, dass der Film aufgeteilt war, war es schwierig alles gleichzeitig aufzunehmen. Das führte allerding dazu, dass man bei jeden weiteren Betrachten mehr sah.

“non: lieux:” Der Künstler Mischa Kuball ist in Marl schon für seinen Schriftzug über dem Eingang zum Rathaus bekannt „Fleurs du Mal“, was so viel bedeutet wie die Blumen des Bösen. Seine Arbeiten für Urban Lights Ruhr bestanden aus den Wörtern „Finished“ bzw. „Unfinished“ in großen Buchstaben auf dem Rathaus und „Dystopia“ und „Utopia“, die auf einem LKW-Anhänger durch die Stadt gefahren wurden.

Wasserballett für Marl von Isa Melsheimer: Diesen Film mochte ich besonders, weil er einfach so schräg ist. Die Wasserbecken vor dem Rathaus in Marl stehen schon seit Jahrzehnten leer, was auch dazu führt, dass der Platz, auf dem sie stehen, ein bisschen postapokalyptisch wirkt. Ich kann mich noch daran erinnern, wie jemand in der Marler Facebookgruppe mit Verwunderung ein Foto gepostet hat, auf dem Menschen in den Wasserbecken schwimmen. Alle waren überrascht, dass wieder Wasser in den Becken war.

Ein Wasserballett, das in Marl am Rathaus stattfand. Die hellen Pastellfarben lassen den Ort super surreal erscheinen. Ich finde Tanz und Bewegung immer faszinierend (wahrscheinlich, weil ich selbst relativ unbeweglich bin). Ich hätte stundenlang vor dieser Arbeit stehen bleiben können. Leider gibt es keine online-Version, die ich hier posten könnte.

“Piet!” von Martin Pfeifle: Obwohl diese Arbeite so einfach erschien, große beleuchtet Quader in Primärfarben, fand ich sie besonders eindrucksvoll. Die drei Quader waren in den Farben vom „De Stijl“, eine Gruppe, die vor 100 Jahren gegründet wurde. Das Rathaus und seine Umgebung wurden von ihnen in bunten Farben beleuchtet. Die Leute, die an der Führung teilnahmen, blieben oft vor der gelben Säule stehen, und bildeten so eine beeindruckende Silhouette. Auch die anderen Skulpturen vom Skulpturenpark, die immer auf dem Platz stehen, wirkten vor den bunten Säulen anders als sonst. Der Rathausplatz wurde zur Gesamtkomposition des Künstlers.

„1:43—47 Marl, 2017“ von Michael Sailstorfer: Eine Laterne, die kein Licht von sich gibt, sondern Popcorn. Während der Kurator des Skulpturenmuseums mit uns sprach, sammelte sich eine Gruppe Kinder unter der Laterne mit umgedrehten Regenschirmen, um das fallende Popcorn aufzufangen. Die Arbeit kritisiert die Lichtverschmutzung in den Städten (aber was ist mit dem verschwendeten Popcorn?)

Insgesamt hat mir die Ausstellung sehr gut gefallen und ich war auch positiv überrascht, wie viele Personen zu der Führung gekommen sind. Meine Mutter war auch da, um sich die Ausstellung anzuschauen. Also konnte ich ein wenig Zeit noch mit ihr verbringen, bevor sie sich wieder auf den Weg nach Schottland machte.

Instagram        VSCO      Bloglovin’

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA